{"id":940520,"date":"2020-05-29T20:00:00","date_gmt":"2020-05-29T19:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/danwolf.de\/?p=940520"},"modified":"2024-07-15T16:24:21","modified_gmt":"2024-07-15T14:24:21","slug":"ein-jahr-spaeter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kopfkirmes.info\/?p=940520","title":{"rendered":"Ein Jahr sp\u00e4ter"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 02. Juni 2019 habe ich folgendes Bild &amp; die dazugeh\u00f6rige Bildunterschrift bei Instgram gepostet:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-cover has-background-dim\" style=\"background-image:url(https:\/\/danwolf.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/ScreenshotInsta02062019.jpg)\"><div class=\"wp-block-cover__inner-container is-layout-flow wp-block-cover-is-layout-flow\">\n<p style=\"font-size:11px\" class=\"has-text-align-center\">Blauer Himmel, knapp 30\u00b0, Grillgeruch liegt in der Luft&#8230; Der Sommer ist da! \u2600\ufe0f\u25aa\ufe0f???\u25aa\ufe0f<br>\u25aa\ufe0f<br>Das Leben lebt sein Leben, die Menschen zieht es ins Freie. Mich nicht wirklich&#8230; ?\u200d\u2642\ufe0f<br>\u25aa\ufe0f<br>Es ist inzwischen Juni, das Jahr schon wieder fast zur H\u00e4lfte rum. Und ich bin, trotz anderer &#8222;Pl\u00e4ne&#8220;, in meiner Lethargie gefangen. April und fast der gesamte Mai waren richtig schlimm. Trotz einiger Erkenntnisse, hatte ich st\u00e4ndig das Gef\u00fchl, ich w\u00fcrde 2 Schritte voran und zeitgleich wieder 10 Schritte zur\u00fcck gehen&#8230; \u27a1\ufe0f\u2b05\ufe0f?<br>\u25aa\ufe0f<br>Das hat und nervt mich immer noch hart an&#8230; Aber die letzten Tage bin ich zumindest soweit gekommen, dass ich mir die Zeit nehmen muss, die mein Kopf braucht um wieder zu funktionieren. Ganz gleich ob es noch weitere 6 Monate, 6 Wochen oder gar 6 Jahre dauert. \u23f3<br>\u25aa\ufe0f<br>Man kann die Psyche zu nix zwingen..<br>Und im Endeffekt kommt es eh immer anders&#8230; ?\u200d\u2642\ufe0f<br>\u25aa\ufe0f<br>Auf diese Erkenntnis&#8230; Einen sch\u00f6nen Sommer ?<br>Auch wenn ich ihn in meinem ganz eigenen Tempo genie\u00dfen werde&#8230; ?\ufe0f???\u200d\u2642\ufe0f<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Damals wahrscheinlich aus der Laune heraus, ich kann mich nicht mehr wirklich erinnern. Auf jeden Fall wei\u00df ich, dass ich Anfang Juni 2019 das Gef\u00fchl hatte, bis dahin noch nicht viel &#8222;erreicht&#8220; zu haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Schauen wir mal ein Jahr sp\u00e4ter drauf, was draus geworden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Long Story Short: Eigentlich bin ich ein Jahr sp\u00e4ter genau wieder an diesem Punkt. ?\u200d\u2642\ufe0f<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\">(Und eigentlich doch nicht wirklich! ?)<\/p>\n\n\n\n<p>Die lange Version davon:<br>Kurz nach dem ist das Bild letztes Jahr bei Insta gepostet habe, hat sich -nicht nur zu meiner \u00dcberraschung- die Gelegenheit ergeben, doch wieder im alten Beruf zu arbeiten <em>(Nochmals zu Erinnerung: Seit 2017 habe ich bereits mehrfach versucht wieder &#8222;einzusteigen&#8220;, jedes Mal ist es aber bei einem Versuch geblieben)<\/em>. Das hat mich damals im ersten Moment tats\u00e4chlich etwas \u00fcberfahren. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon \u00fcber ein Jahr lang Krankgeschrieben, hatte erst Anfang 2019 mit der ambulanten Therapie angefangen und war mir im Fr\u00fchsommer eigentlich ziemlich sicher, nicht wieder in den alten Beruf zur\u00fcckzukehren. Aber, auch gemeinsam mit dem Therapeuten, habe ich mich dann nach dem Angebot tats\u00e4chlich auf eine Zusage eingelassen und habe im Juli 2019 dann wieder in dem alten Beruf gearbeitet. <\/p>\n\n\n\n<p>Hat es Spa\u00df gemacht?! Der Job, die zahlreichen &#8222;Rattenschw\u00e4nze&#8220; die da dran hingen und die meisten &#8222;\u00e4u\u00dferen&#8220; Umst\u00e4nde absolut nicht! An sich die Arbeit, der Tagesrhythmus bzw. die -struktur und nat\u00fcrlich die finanzielle Unabh\u00e4ngigkeit dagegen haben sehr viel &#8222;Spa\u00df&#8220; gemacht. Zudem haben diese Faktoren ziemlich schnell in den ersten Wochen zu einer wesentlichen Stabilisierung meiner mentalen Verfassung beigetragen. In der Tat hat mich das im Nachgang etwas erschreckt, wie &#8222;einfach&#8220; sich meine <strong><em>#Kopfkirmes <\/em><\/strong>doch l\u00e4sst &#8222;austricksen&#8220;. <em>Gib mir Arbeit und der Kopf h\u00e4lt seine Fresse (Anf\u00e4nglich!).<\/em> ? <\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\" class=\"has-background has-very-light-gray-background-color\">In der Tat habe ich durch diesen &#8222;Feldversuch&#8220; durchaus gemerkt, wie sehr meine [tooltip position=&#8220;north&#8220; shadow=&#8220;yes&#8220; content=&#8220;Narzisstische Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung&#8220; close=&#8220;yes&#8220;]NPS[\/tooltip] mit meinem Befinden zusammenh\u00e4ngt. Bekommt man eine gewisse Anerkennung im Beruf, f\u00fchlt sich die Seele nat\u00fcrlich gestreichelt. Die eines NPS\u00b4lers nat\u00fcrlich ganz besonders. Somit r\u00fcckt auch die Depression ein ganzes St\u00fcck nach hinten.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider hat das nicht lang angehalten. Ich habe recht schnell bemerkt, dass ich diesem Job offenbar nicht mehr gewachsen bin. Der Stress, Zeitdruck, die t\u00e4gliche Fahrerei von etwa 100km, aber auch das Miteinander (Oder sollte ich eventuell eher sagen: Das Gegeneinander). Die Stelle hat sich dann recht schnell auch wieder &#8222;erledigt&#8220;, danach war ich bis zum Ende des Jahres erneut Krankgeschrieben. Und dann kam 2020. ?<br>Ich muss wohl niemanden erz\u00e4hlen was da mit Beginn des Fr\u00fchlings los war. Die Branche, in der ich bis dato gearbeitet hat, ist v\u00f6llig durchgedreht, hat an vielen Stellen ihr wahres Gesicht gezeigt (Ihr glaubt gar nicht, wie viele latent &#8222;rechte&#8220; &amp; Aluhuttragende Fahrlehrer es gibt ?). Das war auch so der &#8222;letzte Tropfen&#8220; ins Fass, der mich endg\u00fcltig zum Entschluss gebracht hat, mit diesem Job in naher &amp; mittelfristigen Zukunft nichts mehr &#8222;Schaffen&#8220; (im wahrsten Sinne) zu haben. Ich habe meinen Fahrlehrerschein einget\u00fctet und postwendend an die zust\u00e4ndige Stelle zur\u00fcckgeschickt. F\u00fchl ich mich mit dieser Entscheidung wohl?! Aber sowas von! Versteht mich nicht falsch. Ich m\u00f6chte nicht den Beruf an sich verurteilen. Der Beruf ist -oder kann- nach wie vor noch extrem abwechslungsreich &amp; spannend sein. Mit dem Berufsbild Fahrlehrer an sich habe ich mich auch immer wohlgef\u00fchlt. Aber es sind die Umst\u00e4nde die momentan einfach nicht passen und mir definitiv nicht gut tun. Aber dazu gibt es eventuell mal einen eigenen Beitrag.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf jeden Fall stehe ich jetzt, ein Jahr nach dem Beitrag bei Instagram, doch wieder an selber Position. Und irgendwie dann doch nicht. Ja, ich habe wieder eine etwas &#8222;schwammige&#8220; Perspektive. Ja, meine &#8222;Pl\u00e4ne&#8220; die ich -schon 2019- hatte, sind nicht ganz aufgegangen. Trotzdem f\u00fchlt es sich dieses Jahr wesentlich entspannter an, diesmal glaube ich an tats\u00e4chlich an den letzten Satz. <\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\"><em>&#8222;Ich werde den Sommer in meinem ganz eigenen Tempo genie\u00dfen!&#8220;<\/em><\/h6>\n\n\n\n<p>Letztes Jahr schwangen da noch gewisse Sorgen mit. Auch, weil ich ja vorher schon relativ viel Zeit verloren habe. Aber wenn mir eins die Zeit (Und vielleicht auch ein bisschen das ganze Coronading) gezeigt hat&#8230; Es braucht so viel Zeit wie es braucht. Selbst wenn ich k\u00f6nnte\/wollte&#8230; Ich kann mir nicht ab morgen einen Klinikaufenhalt oder eine Diagnostik aus den Finger ziehen. Es dauert eben. Und bis dahin muss man das Beste aus der Zeit machen. Daher sind zumindest dieses Jahr die &#8222;Sorgen&#8220; deutlich weniger. Wahrscheinlich auch, weil ich -ganz egoistisch- da sehr auf mich achte. Und weniger auf Andere bzw. auf die Erwartungen anderer. Nat\u00fcrlich versuche ich auch jetzt &#8222;Stillstand&#8220; zu vermeiden. Aber ich horche wesentlich besser in mich selbst hinein, acht auf mich und auch auf meine eigenen Grenzen. Damit habe ich es geschafft, mit den Depressionen anders umzugehen. Tats\u00e4chlich gelingt es mir jetzt immer h\u00e4ufiger, schneller aus dem Loch wieder raus zu kommen und die Phasen der Depression (gef\u00fchlt) nicht mehr so lange zu durchwandern. Das ist f\u00fcr mich schon ein riesiger Fortschritt, war doch letztes Jahr um die Zeit noch st\u00e4ndig die Angst da, wieder in solch ein Loch zu fallen. Das hat sich deutlich gebessert.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch habe ich in diesem einen Jahr gelernt, mein &#8222;Wohlbefinden&#8220; nicht mehr so arg von einem vermeintlichen &#8222;Erfolg&#8220; und\/oder einer &#8222;Anerkennung&#8220; abh\u00e4ngig zu machen. Ich lebe jetzt deutlich mehr f\u00fcr den Moment, kann auch wieder kleine Dinge besser genie\u00dfen &amp; sch\u00e4tzen <em>(Ich hab zum Beispiel schon lange nicht mehr so oft auf dem Balkon gesessen und habe das guter Wetter mit allen Sinnen genossen wie in diesem Fr\u00fchling)<\/em>. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich hat das alles dazu gef\u00fchrt, das mein &#8222;Stimmungsdurchschnitt&#8220; deutlich h\u00f6her ist als noch im letzten Jahr. Ich habe eine klare &amp; deutliche (berufliche) Entscheidung getroffen, versuche mich an meinem eigenen Tempo und fange wieder ganz langsam an kleine Dinge zu genie\u00dfen. Zugegeben, so positiv wie sich das alles anh\u00f6rt, so ganz traue ich dem Braten noch nicht g\u00e4nzlich. ? Mir ist nat\u00fcrlich bewusst, dass dadurch die Depression nicht &#8222;weg&#8220; ist. Auch &#8222;umschiffe&#8220; ich zum Teil noch sehr gekonnt Situationen, die mir vermeintlich Stress bereiten k\u00f6nnten. Trotzdem (oder gerade deswegen) f\u00fchlt es sich richtig an, den Fokus auch mal auf mich &amp; mein eigenes Tempo zu legen.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">3 Schritte vor&#8230; Und nur noch 2 zur\u00fcck!<\/h6>\n\n\n\n<p>Das dr\u00fcck wahrscheinlich bis jetzt ganz gut die letzten 12 Monate aus. Das Verh\u00e4ltnis hat sich (leicht) umgekehrt. Ich komme (langsam) voran und mache nicht mehr solch (gef\u00fchlt) riesige R\u00fcckschritte. <em>&#8222;Akzeptanz&#8220;<\/em> ist da wahrscheinlich das gro\u00dfe Zauberwort. Und dieses Zauberwort gef\u00e4llt mir von Tag zu Tag mehr&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist grotesk&#8230; Aber wenn man sich gegen etwas (Die <strong><em>#Kopfkirmes<\/em><\/strong>) nicht mehr mit H\u00e4nden &amp; F\u00fc\u00dfen &#8222;wehrt&#8220;, kann man ein wenig leichter &#8222;damit leben&#8220;!<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\">Beitragsbild von <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/webandi-1460261\/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=1990453\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Andreas Lischka<\/a> auf <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=1990453\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pixabay<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 02. 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