{"id":930565,"date":"2020-05-14T17:58:34","date_gmt":"2020-05-14T16:58:34","guid":{"rendered":"https:\/\/danwolf.de\/?p=930565"},"modified":"2024-07-15T16:24:21","modified_gmt":"2024-07-15T14:24:21","slug":"die-suche-nach-der-richtigen-richtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kopfkirmes.info\/?p=930565","title":{"rendered":"Die Suche nach der richtigen Richtung"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Leben mit der <strong><em>#Kopfkirmes<\/em><\/strong> ist oftmals von einem bestimmt:<br>Ein (gef\u00fchltes) zielloses Wandern durch den Alltag.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt eigentlich nur wenige Tage, an denen ich mich nicht mindestens einmal frage, wohin mich mein Weg noch f\u00fchrt. Lange Zeit hatte ich Angst vor dieser Frage. Hat diese Frage mir doch suggeriert, was ich noch nicht erreicht habe bzw. was ich wohl auch nie erreichen werde. Eigenes (falsches!) Anspruchsdenken, befeuert durchaus auch von sozialen Medien in denen ja oftmals eine sehr &#8222;heile&#8220; &amp; erstrebenswerte Welt gezeigt wird, aber auch von meinem ganz eigenen Denken.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\"><em>&#8222;Haste nix, biste nix!&#8220;<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Partnerschaft, Reisen, &#8222;Luxus&#8220;, &#8222;Happy Life&#8220; eben. Und dazu sind diese Menschen auch noch wundersch\u00f6n. Nun gut, dass es im Prinzip mehr eine Werbeveranstaltung &amp; gut gemachter Fake ist, dahinter bin ich inzwischen auch gekommen. Trotzdem triggern mich bzw. meine <em>Kopfkirmes<\/em> solche Dinge ab &amp; zu immer noch. Und in diesen Momenten geht dann auch oftmals wieder die Suche nach dem (Lebens)Weg los. Und ich ziehe dann wieder unweigerlich Vergleiche&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Das dass alles v\u00f6lliger Quatsch ist, habe ich selbst lange nicht bemerkt. Ganz im Gegenteil. Ich habe es als normal empfunden, sich mit anderen zu vergleichen und alles dran zu geben, diese Menschen sogar noch zu \u00fcbertrumpfen. Oftmals auch mit nicht ganz so fairen Methoden. Und oftmals auch nicht wirklich zutr\u00e4glich f\u00fcr mich &amp; meine Finanzen. ?<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz oder gar nicht. Oder: Haste nix, biste nix!<\/p>\n\n\n\n<p>V\u00f6lliger Bullshit, wie ich jetzt auf einem langen Wege durch die Therapie lernen musste. Es ist nicht notwendig, etwas zu sein oder etwas zu werden, was man gar nicht ist! Leider ist das in einer depressiven Episode gar nicht so einfach. Ich f\u00fchle mich in solch einer Phase irgendwie &#8222;unsichtbar&#8220;. Weder f\u00fchle ich mich selbst, noch kann ich in irgendeine Form an die Zukunft denken\/irgendwelche Pl\u00e4ne machen. Was nach au\u00dfen hin vielleicht wie Resignation oder &#8222;Faulheit&#8220; aussieht, ist in mir aber dann ein erbitterter Kampf. Ein Kampf zwischen &#8222;Nicht aufgeben&#8220; und &#8222;Wenigstens ein bisschen Licht am Ende des Tunnels sehen&#8220;. Und ich kann eins sagen, dieser &#8222;Kampf&#8220; ist verdammt Kr\u00e4ftezehrend. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\"><em>Radikale Akzeptan<\/em>z<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich habe es immer mit der offenen See verglichen. Man steckt in einem Rettungsring und versucht im aufgew\u00fchlten Wasser nicht unterzugehen. R\u00fcckblickend betrachtet, wundert es mich echt, dass ich nicht tats\u00e4chlich &#8222;untergegangen&#8220; bin. Und ich hab nicht nur einmal gek\u00e4mpft um nicht abzusaufen&#8230;<br>Dann kam irgendwann die Zeit der gro\u00dfen Lethargie. In dieser Zeit habe ich weder irgendwelche Pl\u00e4ne gemacht, noch habe ich mich besonders intensiv damit besch\u00e4ftigt, was in der Vergangenheit so alle passiert ist. Nat\u00fcrlich hat mich auch das nicht weiter gebracht. Allerdings hat es mir auch nicht komplett die Socken ausgezogen. Es war oft eine gef\u00fchlte <em>&#8222;Schei\u00df-drauf&#8220;<\/em> Stimmung.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen bin ich -mal wieder- \u00fcber meinen Schatten gesprungen. Schon 2005, w\u00e4hrend der Behandlung in der Klinik, habe ich die beiden Worte <em>&#8222;Radikale Akzeptanz&#8220; <\/em>geh\u00f6rt. Ebenso wurde mir nahegelegt, es auch wirklich zu beherzigen. Nun ja&#8230; Bei manch einem macht es fr\u00fcher &#8222;Klick&#8220;, bei mir eher sp\u00e4ter. ?<br>Vielleicht habe ich anfangs auch nicht verstanden oder wollte es nicht beherzigen weil ich mich doch schon ein wenig &#8222;wohlgef\u00fchlt&#8220; habe mit meinem &#8222;Rettungsring&#8220; im Meer. Nach vielen Jahren (und gutem Zureden meines Therapeuten) kann ich aber durchaus mit der Akzeptanz arbeiten. Eine Situation, oder besser: Ein Gef\u00fchl (auch von mir selbst) so nehmen wie es in diesem Moment\/in dieser Situation ist. Genauso wenig aus dem Impuls heraus reagieren wie die Situation zu &#8222;zerdenken&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p>Sicherlich gelingt mir das noch nicht immer. Es gibt noch so einige Dinge, die mich aus der Bahn werfen. Erstaunlicherweise sind es eher &#8222;Kleinigkeiten&#8220; oder Dinge aus dem Alltag.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\" class=\"has-background has-very-light-gray-background-color\">Als kleines Beispiel aus dem Alltag:<br>Was habe ich mich aufgeregt, als mein alter Computer seinen Dienst verweigert hat. Der Tag war tats\u00e4chlich f\u00fcr mich gelaufen und r\u00fcckblickend auch sowas von unn\u00f6tig &#8222;weggeschmissen&#8220;&#8230; Ich hab eh nichts dran \u00e4ndern k\u00f6nnen&#8230; Selbst wenn ich auf einem Bein im Kreis getanzt h\u00e4tte&#8230; Der Computer w\u00e4re kaputt geblieben. Aber Nein, ich musste mich ja aufregen und mich in dieses Gef\u00fchl reinsteigern&#8230; ?<\/p>\n\n\n\n<p>Bei &#8222;Wichtigen&#8220; Dingen, bin ich allerdings schon seit 2017 irgendwie recht entspannt. Wobei man eigentlich Dinge nicht bewerten sollte. Es sind alles Sachen, die im Alltag passieren. Und ich bemerke von mal zu mal, wie gut es sich doch anf\u00fchlt, Dinge &#8222;einfach&#8220; passieren zu lassen. Vormals habe ich mich irgendwann wie ein Dampfkessel gef\u00fchlt. Diese angesammelte Spannung von Gef\u00fchlen musste irgendwann raus. Und hat die Sache dann nicht leichter gemacht. Im Gegenteil. Inzwischen sp\u00fcren ich diesen &#8222;Druck&#8220; immer seltener. Wahrscheinlich auch, weil ich Dinge einfach mal so stehen lasse, wie sie passieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Das ist nat\u00fcrlich kein Patentrezept f\u00fcr ein vollkommenes &#8222;Happy-Life&#8220;, aber sicherlich schon mal ein guter Schritt dahin. Und nat\u00fcrlich werde ich sicherlich auch immer mal wieder Dinge erleben, die nicht so besonders knorke sind. Doch wenn ich da wesentlich entspannter mit umgehe, verlieren sie eventuell ihren gro\u00dfen Schrecken. Und genauso versuche ich auch mit meinem &#8222;Lebensweg&#8220; umzugehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dinge passieren&#8230; Es kommt, wie es kommt&#8230; Lass es auf Dich zukommen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Mantras, die tats\u00e4chlich irgendwie unbewusst  in meine Alltagsroutine eingezogen sind. Und mir in den letzten Wochen &amp; Monaten durchaus ein bisschen mehr &#8222;Entspannung&#8220; aber auch Lebensfreude gebracht haben. Und somit habe ich auch wieder ein besseres Gef\u00fchl f\u00fcr &#8222;den Weg&#8220; der noch vor mir liegt. Ich kann zwar immer noch nicht in die Zukunft schauen und mit Sicherheit sagen, was in einem Jahr so alles ist (Wenn ich das k\u00f6nnte w\u00fcrde ich wohl auch massenweise Geld verdienen), aber es gibt mein ein bessere Gef\u00fchl f\u00fcr meinen Lebensweg. Es geht halt gerade ein bisschen langsamer. Aber es geht vorw\u00e4rts&#8230; Und das ist ja immerhin eine gute Richtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Und daran kann (und m\u00f6chte) ich auch nichts \u00e4ndern. Selbst wenn ich auch einem Bein im Kreis tanzen w\u00fcrde&#8230; ?<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\">Beitragsbild von <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/Ghinzo-10938903\/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=5137269\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ghinzo<\/a> auf <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=5137269\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pixabay<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Leben mit der #Kopfkirmes ist oftmals von einem bestimmt:Ein (gef\u00fchltes) zielloses Wandern durch den Alltag. Es gibt eigentlich nur wenige Tage, an denen ich mich nicht mindestens einmal frage, wohin mich mein Weg noch f\u00fchrt. Lange Zeit hatte ich Angst vor dieser Frage. 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