{"id":473846,"date":"2019-01-02T18:30:38","date_gmt":"2019-01-02T17:30:38","guid":{"rendered":"http:\/\/danwolf.de\/?p=473846"},"modified":"2024-07-15T16:24:22","modified_gmt":"2024-07-15T14:24:22","slug":"die-sache-mit-den-medis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kopfkirmes.info\/?p=473846","title":{"rendered":"Die Sache mit den &#8222;Medis&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Oder auch: Bunte &#8222;HappyPills&#8220; f\u00fcr einen bunten Kopf!<br>Versteht mich bitte nicht falsch, trotz meiner etwas saloppen Formulierung, ich halte medikament\u00f6se Unterst\u00fctzung bei  psychischen Erkrankungen durchaus f\u00fcr wichtig &amp; richtig. Doch gehe ich auch da meinen eigenen Weg&#8230;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1279\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/danwolf.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/medicine-1851178_1920.jpg?fit=697%2C464\" alt=\"\" class=\"wp-image-473852\" srcset=\"https:\/\/kopfkirmes.info\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/medicine-1851178_1920.jpg 1920w, https:\/\/kopfkirmes.info\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/medicine-1851178_1920-100x67.jpg 100w, https:\/\/kopfkirmes.info\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/medicine-1851178_1920-768x512.jpg 768w, https:\/\/kopfkirmes.info\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/medicine-1851178_1920-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/kopfkirmes.info\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/medicine-1851178_1920-330x220.jpg 330w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Zwangsl\u00e4ufig kommt f\u00fcr einen Betroffenen wohl irgendwann mal die Frage auf, Medikamente im Laufe seiner &#8222;Erkrankung&#8220; zu nehmen. Gibt es inzwischen tats\u00e4chlich auch viel Pr\u00e4parate, die zuverl\u00e4ssig eine <em>&#8222;Kopfkirmes&#8220;<\/em> abmildern bzw. &#8222;unterdr\u00fccken&#8220; k\u00f6nnen. Wobei man schon allein bei dem Wort &#8222;Unterdr\u00fccken&#8220; oftmals \u00c4ngste bei Betroffenen &amp; Angeh\u00f6rigen ausl\u00f6st. H\u00f6rt man doch immer wieder, dass &#8222;Psychopharmaka&#8220; das Wesen ver\u00e4ndern und\/oder Betroffene zu anderen Menschen macht. Ja, das mag in Teilen stimmen. Es mag tats\u00e4chlich Pr\u00e4parate geben, die heftigst auf die neuronalen Abl\u00e4ufe im Kopf einwirken. Das sind aber in aller Regel so heftige Pr\u00e4parate, dass sich verschrieben und nur unter \u00e4rztlicher Aufsicht angewendet werden. Und in den meisten F\u00e4llen auch nur f\u00fcr einen begrenzten Zeitraum. Um diese soll es aber weniger gehen. Viel mehr um die &#8222;Haus- &amp; Hofpr\u00e4parate&#8220; die wohl jeder Betroffene schon mal gesehen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich selbst habe in meinem Leben eigentlich nie besonders viel &#8222;Medikamente&#8220; bekommen. Das &#8222;erste Mal&#8220; Schmerzmittel habe ich nach einer regul\u00e4ren Operation an der H\u00fcfte bekommen als ich noch nicht ganz vollj\u00e4hrig war. Und dann erst wieder, als es das erste Mal bei mit &#8222;geknallt&#8220; hat. Damals lag ich ja f\u00fcr einige Tage im Krankenhaus und habe dort echt &#8222;gute&#8220; Beruhigungsmittel bekommen. Was in meinem damaligen Zustand auch durchaus berechtigt war. Als ich dann wieder in der Heimat war und die erste Behandlung aufgenommen habe, wurde ebenfalls dr\u00fcber gesprochen die Behandlung medikament\u00f6s zu unterst\u00fctzen. Da ich zu der Zeit aber noch sehr &#8222;unbedarft&#8220; war und ich wohl nach jedem Strohhalm gegriffen habe, habe ich es versucht. Ich wei\u00df nur noch, dass es etwas zur Stimmungsaufhellung war. Und das ich die Medis eigentlich nur w\u00e4hrend der Behandlung nahm. Nach Ende der ersten Behandlung ging es mir dann wohl so gut, dass ich sie hab wieder ausschleichen lassen. Auch w\u00e4hrend der zweiten Behandlung wollte ich eigentlich keine Medis nehmen. Zur Unterst\u00fctzung wurden mir aber kurzfristig leichte Antidepressiva verschrieben. Auch diese habe ich mit Ende der Behandlung wieder ausgeschlichen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dann folgen viele Jahre ohne medikament\u00f6se (aber auch therapeutische) Unterst\u00fctzung. Nat\u00fcrlich habe ich in dieser Zeit, besonders in den &#8222;Tiefphasen&#8220;, immer wieder kurzzeitig dr\u00fcber nachgedacht, ob es nicht Sinn macht mir ein Pr\u00e4parat verschreiben zu lassen. H\u00e4tte es doch vielleicht den Alltag etwas &#8222;leichter&#8220; gemacht. Scheinbar konnte ich mich aber immer wieder abwenden von diesem Gedanken, habe ich doch nie mit medikament\u00f6ser Unterst\u00fctzung gearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst 2017 kam es mir dann wieder ernsthaft in den Sinn. Noch nicht einmal so sehr wegen der <em>Kopfkirmes<\/em>, viel mehr wegen meinen langanhaltenden Schlafproblemen. Ich wollte mich Nachts &#8222;einfach&#8220; nur noch &#8222;wegknipsen&#8220; weil es mich so sehr belastet hat. Im Zuge der ersten Krankschreibung hat mir meine Haus\u00e4rztin dann auch ein leichte Mittel verschrieben, welches bei mir erstaunlich schnell &amp; gut angeschlagen hat. Es war aber in der Hauptsache erst einmal nur f\u00fcr Schlafen gedacht. Nach einigen Wochen wollte ich aber auch gerne etwas f\u00fcr meine &#8222;Stimmung&#8220; haben, da ich trotz &#8222;ausreichendem&#8220; Schlaf immer noch sehr Niedergeschlagen war. Als gab es bei der Hau\u00e4rztin ein zweite Rezept f\u00fcr ein -ebenfalls leichtes- Antidepressivum. Jetzt ist das in aller Regeln bei solchen Pr\u00e4paraten so, dass sie sich zu Beginn erst einmal &#8222;einschleichen&#8220; m\u00fcssen (Quasi einen Wirkungsspiegel im K\u00f6rper aufbauen m\u00fcssen). Das kann durchaus schon mal vier bis sechs Wochen dauern. In dieser Zeit kommen aber h\u00e4ufig -leichtere- Nebenwirkungungen zum Vorschein. So auch bei mir. Ich hatte in der Anfangsphase fast t\u00e4glich leichte Kopfschmerzen und war recht &#8222;hibbelig&#8220; &amp; &#8222;aufgekratzt&#8220;. In Absprache mit meiner \u00c4rztin habe ich sie trotzdem weiter genommen, da dies durchaus auf die Nebenwirkungen passte. Nach etwa 4 Wochen verschwanden diese &#8222;Nebenwirkungen&#8220; dann pl\u00f6tzlich, ich hatte wohl meinen &#8222;Spiegel&#8220; erreicht. Allerdings traten dann recht schnell Wechselwirkungen mit dem Mittel zum Schlafen ein. Ich wurde beinahe jede Nacht von sehr intensiven Tr\u00e4umen &#8222;gequ\u00e4lt&#8220;, worunter die Schlafqualit\u00e4t wieder deutlich litt. <\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt k\u00f6nnte man nat\u00fcrlich behaupten, dass man so ein bisschen schlechtere Schlafqualit\u00e4t durchaus in Kauf nehmen kann, wenn daf\u00fcr die Stimmung wieder steigt. Wollte &amp; konnte ich aber nicht. Bis heute ist der Schlaf f\u00fcr mich ein entscheidender Punkt, der f\u00fcr mich mit meinen &#8222;seelischen&#8220; Wohl zusammenh\u00e4ngt. Ist der Schlaf nicht in Ordnung, dreht die <em>Kopfkirmes<\/em> in der Folge gerne mal wieder auf. Von daher habe ich dann -in Absprache mit der \u00c4rztin- das Antidepressivum schnell wieder abgesetzt. Nat\u00fcrlich h\u00e4tte man auch hier noch weiter mit anderen Pr\u00e4paraten &#8222;probieren&#8220; k\u00f6nnen. Aber diese eine Wechselwirkung hat mir doch deutlich gezeigt, wie sehr solche &#8222;Medis&#8220; doch in den eigenen Biorhythmus eingreifen. Das wollte und will ich aber eigentlich nicht. Auch wenn eine medikament\u00f6se Unterst\u00fctzung durchaus eine &#8222;St\u00fctze&#8220; sein kann. Allerdings kommt es f\u00fcr mich pers\u00f6nlich nicht in Frage lange Zeit auf eben diese St\u00fctze angewiesen zu sein. Ist vielleicht auch ein pers\u00f6nliches Ding&#8230; Aber ich w\u00fcrde es halt gerne auch ohne diese &#8222;Kr\u00fccke&#8220; schaffen. Auch habe ich w\u00e4hrend der letzten Behandlung gesehen, dass das &#8222;Rumprobieren&#8220; mit verschiedenen Pr\u00e4paraten auch nicht gerade eine Freude ist. Manch ein Mitpatienten ist da ganz sch\u00f6n auf dem Zahnfleisch gegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles in allem habe ich dann in der letzten Behandlung jegliche &#8222;Medis&#8220; wieder abgesetzt und bin damit aktuell eigentlich recht zufrieden. Bedarfsmedikation f\u00fcrs Schlafen habe ich noch im Schr\u00e4nkchen, sollte es \u00fcber l\u00e4ngere Zeit gar nicht mehr gehen. Aber ansonsten w\u00fcrde ich mich gerne ohne &#8222;Medis&#8220; mit der <em>Kopfkirmes<\/em> auseinandersetzen wollen. F\u00fcr mich ist das allerdings auch immer ein schmaler Grat zwischen &#8222;Eingriff&#8220; in den pers\u00f6nlichen Biorhythmus und der Notwendigkeit wirklich auf Medis zur\u00fcckzugreifen. Ausschlie\u00dfen m\u00f6chte ich f\u00fcr die Zukunft nichts&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings&#8230; Nochmals: Das ist <strong><em>mein<\/em><\/strong> Weg. Und muss nicht unbedingt der richtige Weg f\u00fcr jeden sein. Ganz im Gegenteil. Wie schon geschrieben, in wirklich &#8222;schweren&#8220; F\u00e4llen kann ich durchaus nachvollziehen warum man eine medikament\u00f6se &#8222;Begleitung&#8220; haben m\u00f6chte. Und diese eben auch nutzt, um wieder &#8222;in die Spur&#8220; zu kommen. Au\u00dferdem hilft es ja wirklich vielen Betroffenen diese Zeit einigerma\u00dfen unbeschadet zu \u00fcberstehen. So schlimm -wie es sich vielleicht auch ein bisschen hier liest- sind solche Pr\u00e4parate also nicht. Man muss halt nur gut abkl\u00e4ren was f\u00fcr einen selbst in Frage kommt. Das nat\u00fcrlich nur unter fachlicher Betreuung. Aber scheut Euch auch in dieser Hinsicht nicht, interessierte Frage zu stellen und durchaus offen mit diesem Thema umzugehen. <\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\">Bildquelle: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"pixabay.com (opens in a new tab)\">pixabay.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder auch: Bunte &#8222;HappyPills&#8220; f\u00fcr einen bunten Kopf!Versteht mich bitte nicht falsch, trotz meiner etwas saloppen Formulierung, ich halte medikament\u00f6se Unterst\u00fctzung bei psychischen Erkrankungen durchaus f\u00fcr wichtig &amp; richtig. 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