{"id":459545,"date":"2018-12-21T19:36:39","date_gmt":"2018-12-21T18:36:39","guid":{"rendered":"http:\/\/danwolf.de\/?p=459545"},"modified":"2024-07-15T16:24:23","modified_gmt":"2024-07-15T14:24:23","slug":"klinik-ohne-betten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kopfkirmes.info\/?p=459545","title":{"rendered":"Klinik ohne Betten"},"content":{"rendered":"\n<p>Hei\u00dft es doch so oft auf Webseiten von (Psychotherapeutischen) Tagekliniken. Trifft es den Nagel doch auf den Kopf. Eine Behandlung, die von Morgens bis (meistens) Nachmittags geht und w\u00e4hrenddessen man Abends &amp; am Wochenende trotzdem Zuhause sein kann. Ein &#8222;Behandlungsmodell&#8220;, welches f\u00fcr mich genau richtig war. Ein paar Erfahrungen  aus der -wie ich sie gern salopp genannt habe- &#8222;Ballerburg&#8220;&#8230;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/danwolf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Stuhlkreis_-_panoramio.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-459557\" srcset=\"https:\/\/kopfkirmes.info\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Stuhlkreis_-_panoramio.jpg 1024w, https:\/\/kopfkirmes.info\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Stuhlkreis_-_panoramio-100x75.jpg 100w, https:\/\/kopfkirmes.info\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Stuhlkreis_-_panoramio-768x576.jpg 768w, https:\/\/kopfkirmes.info\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Stuhlkreis_-_panoramio-640x480.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Bislang kann ich aus eigener Erfahrung ja nur von der Behandlung in einer Tagesklinik berichten. Station\u00e4re hatte ich noch nicht (Und m\u00f6chte wohl auch nicht). Genauso wie ambulante Therapien. Allerdings habe ich mit meinen insgesamt drei Behandlungen in Tageskliniken jedes Mal durchweg positive Erfahrungen gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst einmal: Die Form dieser Behandlung war genau richtig f\u00fcr mich. Morgens gegen 08.00 Uhr begann die Behandlung, Nachmittags (meisten so gegen 16.00 Uhr) war der Behandlungstag beendet. Man kann also die N\u00e4chte &amp; Wochenenden Zuhause, in gewohnter Umgebung, verbringen. Und genau da liegt f\u00fcr mich der gro\u00dfe Vorteil. Ich brauchte einfach meine gewohnte Umgebung, das eigene Bett &amp; die eigene Wohnung um auch mal w\u00e4hrend der Behandlung abschalten zu k\u00f6nnen. Gleichzeitig habe ich diese &#8222;geregelte&#8220; Alltagsstruktur echt gebraucht. Feste Zeiten, einen festen Behandlungsplan und somit Struktur in (fast) allen Belangen. Habe ich doch meisten vor den Behandlungen eine l\u00e4ngere Zeit vorher schon Zuhause &#8222;rumgehangen&#8220;. Durch diese Struktur, konnte ich auch f\u00fcr die Zeit nach der Klinik einen gewissen Rhythmus mitnehmen. Was mir definitiv geholfen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich hat mir auch die Behandlung selbst und vor allem auch der Umgang mit den Mitpatienten geholfen. In den meisten Kliniken gibt es s.g. &#8222;Kleingruppen&#8220; (In der letzten z.B. 4x ca. 10 Personen), die sich jeden Morgen zu einer &#8222;Morgenrunde&#8220; zusammenfinden, dort Dinge aus dem Klinikalltag besprechen, aber auch &#8222;Stimmungsrunden&#8220; oder Aktivierungs\u00fcbungen machen. Zudem gibt es oftmals die M\u00f6glichkeit, innerhalb der Kleingruppe gemeinsame Aktivit\u00e4ten zu planen &amp; durchzuf\u00fchren ( Gemeinsames Fr\u00fchst\u00fcck, Kaffee trinken etc.). So bildet sich relativ schnell, trotz hoher Fluktuation (In der letzten Behandlung gab es kaum eine Woche ohne Neuzugang bzw. Abschied), eine Art von Gruppengef\u00fchl. Man kommt dadurch wesentlich schneller an &amp; in Kontakt. Das ist ein nicht zu untersch\u00e4tzender Punkt. Zudem gibt es f\u00fcr die Kleingruppen jeweils einmal die Woche eine Visite, in der vor allem medizinische Belange besprochen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die verschiedenen Therapieangebote werden auf &amp; mit dem einzelnen Patienten abgestimmt, die Auswahl reicht von Ergotherapie \u00fcber Sport\/&#8220;Achtsamkeitsgruppen&#8220; bis hin zu verschiedenen Gespr\u00e4chsgruppen. Zus\u00e4tzlich hat man als Patient min. einmal die Woche bei seinem s.g. Bezugstherapeuten ein Einzelgespr\u00e4ch. Klingt auf den ersten Blick nicht nach &#8222;viel&#8220; (Und kann auch je nach Behandlungsplan auch nicht besonders &#8222;viel&#8220; sein). Doch ist die Arbeit an sich und seinem Seelenleben verdammt harte Arbeit. Nicht selten sprachen auch die Therapeuten davon, dass ein Tag in der Tagesklinik gleichzusetzen ist mit einem normalen Arbeitstag. Und ja, ich hatte selbst Tage, an denen ich Nachmittags total geschlaucht nach Hause gekommen bin. Denn selbst Gruppen wie die Ergotherapie und\/oder Achtsamkeit k\u00f6nnen durchaus anstrengend sein. Arbeitet man doch st\u00e4ndig mit sich selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies geschieht nat\u00fcrlich alle in einem &#8222;gesch\u00fctzten Rahmen&#8220;. Man hat jeder Zeit die Gelegenheit den Bezugstherapeuten anzusprechen, auch wird in den einzelnen Gruppen st\u00e4ndig auf das eigene Wohlbefinden geachtet. Das habe ich sehr gesch\u00e4tzt und habe gleichzeitig etwas Angst, dass mir dieser &#8222;gesch\u00fctzte Rahmen&#8220; in einer ambulanten Behandlung fehlt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Regelbehandlungszeit&#8220; (Was ein schlimmes Wort!) sind in den meisten Tageskliniken wohl so 6 bis 8 Wochen. Kommt nat\u00fcrlich immer auf den einzelnen Patienten an, ich selbst war 9 Wochen in Behandlung, es gab aber auch durchaus Patienten, die 11 oder sogar 12 Wochen in Behandlung waren. Haben mir die 9 Wochen denn etwas gebracht und w\u00fcrde ich eine Tagesklinik empfehlen?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Gebracht&#8220; hat es mir auf jeden Fall etwas. Ich bin in meiner &#8222;Problematik&#8220; weiter gekommen, habe von dem Behandlungsteam viele verschiedenen &#8222;Gedankenanst\u00f6\u00dfe&#8220; bekommen und konnte  mich vor allem mit anderen Betroffenen austauschen. Dies war einer der gr\u00f6\u00dften Faktoren f\u00fcr mich pers\u00f6nlich. Daneben hat mich die eigentliche Behandlung deutlich stabiler &#8222;f\u00fcr den Alltag&#8220; gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Empfehlung m\u00f6chte &amp; kann ich kaum aussprechen. Nicht weil die Behandlung in einer Tagesklinik schlecht ist. Viel mehr muss man da wohl im Vorfeld in sich selbst horchen. Ob diese Form von Behandlung f\u00fcr einen selbst etwas ist. Ob man ggf. den &#8222;ganzen Tag&#8220; mit anderen Patienten in Kontakt sein m\u00f6chte. Ob man sein gewohntes Umfeld braucht oder nicht. Ob man in dieser Zeit eventuell im Beruf &#8222;ausfallen&#8220; m\u00f6chte. Es gibt viele Faktoren, die man im Vorfeld f\u00fcr sich kl\u00e4ren sollte. Auf jeden Fall sollte man durchaus auch diese Behandlungsm\u00f6glichkeit (Neben Ambulant oder Station\u00e4r) ins Auge fassen. <\/p>\n\n\n\n<p>Mir pers\u00f6nlich haben alle drei Behandlungen in der Tagesklinik echt geholfen &amp; gut getan. Auch der &#8222;direkte&#8220; Einstieg in eine Tagesklinik war f\u00fcr mich okay. Es kommt halt immer auf den jeweiligen Betroffenen an. Ich w\u00fcrde wohl -im g\u00e4ngigen &#8222;Internetslang&#8220;- eine Bewertung in Form von, <em>&#8222;Immer wieder gern, netter Kontakt, gute Hilfe. Jeder Zeit wieder!&#8220;<\/em>, f\u00fcr die &#8222;Ballerburg&#8220; abgeben. ;)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hei\u00dft es doch so oft auf Webseiten von (Psychotherapeutischen) Tagekliniken. Trifft es den Nagel doch auf den Kopf. Eine Behandlung, die von Morgens bis (meistens) Nachmittags geht und w\u00e4hrenddessen man Abends &amp; am Wochenende trotzdem Zuhause sein kann. Ein &#8222;Behandlungsmodell&#8220;, welches f\u00fcr mich genau richtig war. Ein paar Erfahrungen aus der -wie ich sie gern [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[167],"tags":[242,183,174,179,241,184,243,205],"class_list":["post-459545","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kopfkirmes","tag-ambulant","tag-behandlung","tag-depressionen","tag-kopfkirmes","tag-stationaer","tag-tagesklinik","tag-teilstationaer","tag-therapie"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2hr3K-1Vy1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kopfkirmes.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/459545","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kopfkirmes.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kopfkirmes.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kopfkirmes.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kopfkirmes.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=459545"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/kopfkirmes.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/459545\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":460535,"href":"https:\/\/kopfkirmes.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/459545\/revisions\/460535"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kopfkirmes.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=459545"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kopfkirmes.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=459545"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kopfkirmes.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=459545"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}