{"id":451123,"date":"2018-12-12T11:15:46","date_gmt":"2018-12-12T10:15:46","guid":{"rendered":"http:\/\/danwolf.de\/?p=451123"},"modified":"2024-07-15T16:24:24","modified_gmt":"2024-07-15T14:24:24","slug":"der-innere-schweinehund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kopfkirmes.info\/?p=451123","title":{"rendered":"Der innere (Schweine)Hund"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich glaube, jeder kennt den ber\u00fchmten Schweinehund. Dieses &#8222;Vieh&#8220;, welches einem oftmals im Weg liegt wenn es daran geht, kleine (oder gr\u00f6\u00dfere) Dinge zu erledigen. Er guckt einen dann mit seinem Hundeblick an und bringt uns dazu, die Dinge oftmals vor sich herzuschieben&#8230;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"500\" src=\"http:\/\/danwolf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/schweinehund.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-451154\" srcset=\"https:\/\/kopfkirmes.info\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/schweinehund.jpg 800w, https:\/\/kopfkirmes.info\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/schweinehund-100x63.jpg 100w, https:\/\/kopfkirmes.info\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/schweinehund-768x480.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>So weit, so gut. Geh\u00f6rt der &#8222;Schweinehund&#8220; doch auch irgendwo zu uns Menschen. Vor allem, wenn man sich mit ihm arrangiert, ihm vielleicht ab &amp; an auch mal ein bisschen Raum l\u00e4sst, den &#8222;Schweinehund&#8220; im Gro\u00dfen &amp; Ganzen aber doch immer wieder zu Seite &#8222;schubsen&#8220; und somit die Aufgaben zufriedenstellen erledigen kann&#8230;<br><br>Damit w\u00e4re die Geschichte um den inneren Schweinehund auch schon erz\u00e4hlt&#8230; W\u00e4re da nicht in manchen Menschen ein total riesiger Schweinehund der im Weg liegt. So wie meiner. Dieses &#8222;Vieh&#8220;, was an manchen Tage so viel Raum einnimmt, dass ich gar nicht mehr richtig zum Atmen komme. Tage, an denen ich schon morgens beim Aufstehen \u00fcber ihn stolper. Und er mich dann auch noch mit seinem treudoofen Hundeblick ganz h\u00e4misch anschaut.<br><br>Gestern war zum Beispiel so ein Tag. Zwar bin ich zeitig aufgestanden, habe auch die morgendliche Routine noch gut hinbekommen, bin aber sp\u00e4testens beim Kaffee \u00fcber &#8222;das Vieh&#8220; gestolpert. Im Gedanken bin ich meine &#8222;Aufgabenliste&#8220; f\u00fcr den Tag durchgegangen (die wahrlich nicht besonders lang oder gro\u00df ist!) und trotzdem hat mich der Schweinehund dazu gebracht, erst mal auf dem Sofa sitzen zu bleiben. Er hat sich sogar noch, wie ein tonnenschweres Gewicht, auf meine F\u00fc\u00dfe gelegt. Und blieb da auch erst einmal eine ganze Zeit lang liegen. Die Aufgaben, die ich mir vorgenommen habe (Telefonate, Haushalt, an die &#8222;Luft zu gehen&#8220;, etwas am Blog zu tun) erschienen mir in diesem Moment nicht m\u00f6glich (Vielleicht auch zum Teil nicht sinnvoll). Oftmals ist es ein Gef\u00fchl von \u00dcberforderung mit den kleinsten Aufgaben (Rein faktisch braucht es nicht viel Zeit &amp; Kraft um z.B. die Sp\u00fclmaschine einzur\u00e4umen), aber auch eine Art von Best\u00e4tigung von dem, was der Schweinehund einem suggeriert (&#8222;Ach komm&#8230; Du schaffst diese Kleinigkeiten doch eh nicht!&#8220;). Und wenn dieser Gef\u00fchlsmischmasch bei mir \u00dcberhand nimmt, werden die &#8222;Systeme&#8220; sehr schnell runtergefahren und ich versacke mit mir selbst (oftmals) auf dem Sofa. Dabei bleibt es dann leider auch nicht, die <em>Kopfkirmes<\/em> dreht dann fr\u00f6hlich weiter ihre Runden. H\u00e4ufig habe ich mich sogar selbst noch in meinem &#8222;Versagen&#8220; best\u00e4tigt und mir vorgemacht, dass es legitim ist nichts zu tun, da ich ja eh in allen Belangen versagt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau an diesem Punkt habe ich vor wenigen Wochen eingehakt. Ich habe als ersten Schritt versucht, diese &#8222;Selbstgei\u00dfelung&#8220; zu unterbinden. Ja, ich habe mich dem &#8222;Schweinehund&#8220; hingegeben&#8230; Nein, ich muss ihn nicht noch mit dem 25kg Sack Trockenfutter zus\u00e4tzlich f\u00fcttern und mir einreden, was f\u00fcr ein Versager ich bin. Mir geht es einfach mental nicht gut genug, um in solchen Momenten dem &#8222;Schweinehund&#8220; einen Tritt zu verpassen. Einsicht &amp; Akzeptanz waren da bei mir die Schlagw\u00f6rter. Was ja nicht hei\u00dft, dass ich mit der Tatsache, das der &#8222;Schweinehund&#8220; in solchen Momenten so enorm gro\u00df ist, zufrieden bin. Aber just genau in diesen Momenten kann ich es schlich &amp; ergreifend nicht \u00e4ndern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch gestern morgen konnte ich in dem Moment an der Tatsache, dass mein &#8222;Schweinehund&#8220; mal wieder mit mir spielen wollte, erst einmal nichts \u00e4ndern. Ich habe es akzeptiert, dass er gerade &#8222;seine 5 Minuten&#8220; hat. Allerdings habe ich ihn nach einer gewissen Zeit zu mir aufs Sofa geholt, mit ihm ein Diskurs gef\u00fchrt und ihm klar gemacht, dass ich mich nicht den ganzen Tag mit ihm besch\u00e4ftigen m\u00f6chte. Ja, er ist da&#8230; Aber er schleicht sich nicht wieder in meinen Kopf ein und bringt die <em>Kopfkirmes<\/em> v\u00f6llig durcheinander! Und tats\u00e4chlich ist es mir gestern dann zum sp\u00e4ten Nachmittag gelungen zwei meiner &#8222;Tagesaufgaben&#8220; zu schaffen. Zwar ist der &#8222;Schweinehund&#8220; auch dabei st\u00e4ndig um meine Beine geschw\u00e4nzelt, ich konnte ihn aber mit einem &#8222;b\u00f6sen&#8220; Blick davon \u00fcberzeugen kurz mal auf sein Platz zu gehen. Um mir einfach ein bisschen Platz f\u00fcr die Aufgaben zu geben.&nbsp; Ich konnte bei Weitem nicht alles erledigen, was ich mir eigentlich vorgenommen habe. Aber ich habe kleine Schritte gemacht. Mich von dem &#8222;Schweinehund&#8220; nicht bestimmen lassen und trotzdem noch Kleinigkeiten geschafft. Auch habe ich mich nicht mehr so sehr von dem &#8222;nicht geschafften&#8220; stressen lassen (Ja, nat\u00fcrlich hat es mich einen Moment ge\u00e4rgert). Denn heute ist ein neuer Tag, der &#8222;K\u00f6ter&#8220; liegt drau\u00dfen in seiner Hundeh\u00fctte und ist vom gestrigen Spielen v\u00f6llig fertig. Zeit f\u00fcr mich &amp; die Aufgaben, die gestern liegen geblieben sind. ;)<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz um: Ich habe f\u00fcr mich inzwischen akzeptiert, dass ich meinen inneren Schweinehund \u00fcber die Jahre als treues &#8222;Haustier&#8220; konditioniert habe. Er hat sich an mich gew\u00f6hnt, ich habe ihn oftmals machen lassen. Jetzt ist aber die Zeit, ihn langsam aber sicher darin zu konditionieren, dass ich eben nicht mehr so viel Zeit mit ihm verbringen m\u00f6chte. Und vor allem, dass er nicht mehr die Kraft hat, mich &amp; meine <em>Kopfkirmes<\/em> in solch einem Ausma\u00df zu bestimmen. Er wird immer da sein, in seiner Hundeh\u00fctte&#8230; Und sicherlich wird es auch immer Tage geben, an denen er versucht sich auf meine F\u00fc\u00dfe zu legen. Dann werde ich ihn halt wieder kurz aufs Sofa bitten, ein Zwiegespr\u00e4ch mit ihm f\u00fchren und irgendwann dann auch sofort wieder in die Hundeh\u00fctte schicken k\u00f6nnen. Bis dahin &#8222;g\u00f6nne&#8220; ich mir halt ab &amp; an mal solche Tage wie gestern. An denen nicht alles, aber ein bisschen was klappt! Und nachdem der &#8222;Schweinehund&#8220; dann erstmal v\u00f6llig fertig ein seiner Hundeh\u00fctte liegt&#8230; ;)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich glaube, jeder kennt den ber\u00fchmten Schweinehund. Dieses &#8222;Vieh&#8220;, welches einem oftmals im Weg liegt wenn es daran geht, kleine (oder gr\u00f6\u00dfere) Dinge zu erledigen. Er guckt einen dann mit seinem Hundeblick an und bringt uns dazu, die Dinge oftmals vor sich herzuschieben&#8230; So weit, so gut. 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