{"id":1856942,"date":"2024-07-19T16:20:06","date_gmt":"2024-07-19T14:20:06","guid":{"rendered":"https:\/\/kopfkirmes.info\/?p=1856942"},"modified":"2024-07-19T16:20:06","modified_gmt":"2024-07-19T14:20:06","slug":"yutori-%e3%82%86%e3%81%a8%e3%82%8a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kopfkirmes.info\/?p=1856942","title":{"rendered":"Yutori &#8211; \u3086\u3068\u308a"},"content":{"rendered":"\n<h3 id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-57c98bf5\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-57c98bf5\">Inspiriert durch &#8222;Perfect Days&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich bin (mal wieder \ud83d\ude05) in einem neuen, aber sehr interessanten, Rabbit Hole gefangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Yutori, japanisch f\u00fcr &#8211; im Sinne von Achtsamkeit &#8211; ein &#8222;Zustand innerer Zufriedenheit&#8220;. Im Kern geht es bei diesem japanischen Begriff um eine Art von <em>Raum<\/em> und\/oder <em>Weite<\/em>, f\u00fcr die man sich als Mensch ganz bewusst &amp; ohne &#8222;Druck&#8220; von au\u00dfen Zeit nimmt. Dabei geht man ganz bewusst &amp; ohne zu kommunizieren, mit sich und seiner Umwelt in eine Art &#8222;Verlangsamung&#8220; um ganz vielf\u00e4ltige Eindr\u00fccke &#8211; extrem fokussiert &#8211; wahrzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese &#8222;Verlangsamung&#8220; und das bewusste Wahrnehmen m\u00fcndet dann ggf. in eben jenen &#8222;Zustand der inneren Zufriedenheit&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-decoration:none\">Darauf gekommen, bin ich tats\u00e4chlich durch den fantastischen Film von Wim Wender <a href=\"https:\/\/www.perfectdays-movie.jp\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&#8222;Perfect Days&#8220;<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/x_j-5QaUxB8?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span>\n<\/div><figcaption class=\"wp-element-caption\">Trailer &#8211; &#8222;Perfect Days&#8220; (2023)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Um die Handlung des Films kurz anzurei\u00dfen (Fall ihr ihn noch nicht geschaut habt&#8230; Macht es ruhig mal!):<br><br>Es wird das &#8222;einfache&#8220;, sehr strukturierte und doch scheinbar erf\u00fcllte Leben von &#8222;Hirayama&#8220; gezeigt, der als Reinigungskraft beim &#8222;<a href=\"https:\/\/tokyotoilet.jp\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Tokyo Toilet Project<\/a>&#8220; arbeitet, damit aber durchaus zufrieden ist und in seiner freien Zeit eben eine Art von Yutori f\u00fcr sich selbst betreibt. Das wird im Film alles sehr subtil vermittelt, ich muss zugeben, ich habe den Film zweimal schauen m\u00fcssen um es zu erkennen. <\/p>\n\n\n\n<p>Neben der gesamt sehr philosophisch erz\u00e4hlten Geschichte um einem Menschen, der auch mit scheinbar &#8222;wenig&#8220; (und im Endeffekt doch so vielem) zufrieden ist, hat mich eben auch die &#8222;Begeisterung&#8220;, ja schon wirklich eine Art von innere Zufriedenheit des Protagonisten, selbst sehr begeistert. Wie sehr Hirayama seinem Berufsalltag nachgeht, in dem er mit vollstem Engagement und (typisch japanischer?) Perfektion die \u00f6ffentlichen Toiletten reinigt, aber auch solch &#8222;Allt\u00e4glichkeiten&#8220; wie das Schattenspiel eines Baums auf einer Betonwand f\u00fcr sich selbst genie\u00dfen kann. Oder wie er kleine B\u00e4ume mit einer fast schon liebevollen Hingabe in seiner Wohnung anzieht, analoge S\/W-Bilder (!) vom Baumkronen sammelt, die kleinen Momente mit anderen G\u00e4sten in einem Imbiss ganz bewusst wahrnimmt, ohne dabei viel zu reden oder sich der extremen Schnelllebigkeit Tokyos hinzugeben bzw. davon beeinflussen zu lassen. <\/p>\n\n\n\n<p>Und genau das hat mich sehr beeindruckt! Ja sogar tief ber\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich ist es &#8211; nicht nur durch meinen &#8222;Chaoskopf&#8220; &#8211; sehr schwer, in dieser sehr schnellen, lauten und vielleicht auch oft sehr oberfl\u00e4chigen Welt &#8222;innezuhalten&#8220;, um eben genau diese kleinen (allt\u00e4glichen) Dinge \u00fcberhaupt erst einmal wahrnehmen zu k\u00f6nnen. Das hat mich eine lange Zeit eher weniger gest\u00f6rt. Doch seit einigen Jahren schon bemerke ich bei mir selbst, wie auch ich in einer Spirale des &#8222;Konsum&#8220; nicht nur von G\u00fctern, sondern auch von sehr &#8222;Zeitfressenden&#8220; Medien(inhalten) h\u00e4ngengeblieben bin. Das dass irgendwie eventuell auch zu einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit im Alltag geworden ist, ich dadurch aber eben auch immer weniger &#8222;befriedigt&#8220; werden kann bzw. das sich immer seltener wirklich diese Gef\u00fchl von &#8222;Zufriedenheit&#8220; einstellte. Ganz im Gegenteil, je mehr &#8222;konsumiert&#8220; wurde, um so schneller schreit der &#8222;Kopf&#8220; nach Nachschub&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe schon vor l\u00e4ngerer Zeit bei einem meiner Klinikaufenthalte mal etwas von dieser ganz bewusste &#8222;Achtsamkeit&#8220; f\u00fcr eben ganz allt\u00e4gliche Dinge geh\u00f6rt. Das habe ich w\u00e4hrend und nach der Klinik zumindest f\u00fcr eine Zeit lang auch mal versucht zu praktizieren. Ging dann aber leider im Alltag eben schnell wieder unter bzw. wurde eben von dem schnellen, &#8222;einfachen&#8220; Konsum wieder ersetzt. Und tats\u00e4chlich geht mir bei mir selbst dieser schnelle, ersetzbare und wenig nachhaltige Konsum von G\u00fctern\/Medien aber auch Momenten, seit geraumer Zeit echt auf den Keks. E in erster Schritt war\/ist es, das Smartphone (viel) weniger zu benutzen. Nicht mehr so sehr daran zu kleben, es nicht mehr st\u00e4ndig in der Hand zu haben und dadurch eben fast schon sinnlos durch Apps\/Inhalte\/Medien zu scrollen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00e4llt schwerer als gedacht, das bl\u00f6de Teil ist eben echt schon extrem im Alltag &#8222;verwachsen&#8220;, ein Steve Jobs wusste wohl ganz genau, was er da auf die Menschheit losl\u00e4sst&#8230; ;)<\/p>\n\n\n\n<p>Aber zur\u00fcck zum eigentlichen Thema&#8230; Eben durch den Film, aber auch dem ersten Schritt mit der deutlich weniger &#8222;Screentime&#8220; am Smartphone, m\u00f6chte ich f\u00fcr mich weitere &#8222;Strategien&#8220; und\/oder eben ganz bewusst gesetzte &#8222;Zeitfenster&#8220;\/&#8220;Routinen&#8220; setzen, in denen eben eine Verlangsamung und Fokussierung auf eben die &#8211; ber\u00fchmten &#8211; kleinen Dinge stattfinden soll. Ich m\u00f6chte gern &#8211; wieder &#8211; h\u00e4ufiger &#8222;Freude&#8220;\/&#8220;Zufriedenheit&#8220; durch\/mit eben jenen &#8222;kleinen Dingen&#8220; sp\u00fcren (d\u00fcrfen), ohne mich dabei dem allgegenw\u00e4rtigem &#8222;Schnell, schnell&#8220; hingeben oder mich daf\u00fcr sch\u00e4men zu m\u00fcssen. Eben ganz wie Hirayama im Film.<\/p>\n\n\n\n<p>Und vielleicht erreiche ich dann ja irgendwo auch eine Art von Zufriedenheit. Ohne Geld f\u00fcr unn\u00f6tiges Zeug ausgeben, sich zu inhaltsleeren Smalltalk zwingen oder alles immer &#8222;schneller&#8220; erledigen\/schaffen zu m\u00fcssen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Hab Ihr eventuelle Ideen f\u00fcr gewisse &#8222;Routinen&#8220; oder &#8222;Momente&#8220;? Oder praktiziert ihr solch eine Art von Achtsamkeit eventuell ja ganz bewusst\/unbewusst schon selbst? Was sind f\u00fcr Euch diese kleinen Dinge im Alltag?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin (mal wieder \ud83d\ude05) in einem neuen, aber sehr interessanten, Rabbit Hole gefangen. Yutori, japanisch f\u00fcr &#8211; im Sinne von Achtsamkeit &#8211; ein &#8222;Zustand innerer Zufriedenheit&#8220;. 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