{"id":1707243,"date":"2023-12-16T14:44:56","date_gmt":"2023-12-16T12:44:56","guid":{"rendered":"https:\/\/kopfkirmes.info\/?p=1707243"},"modified":"2024-07-15T16:27:16","modified_gmt":"2024-07-15T14:27:16","slug":"adhs-depressionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kopfkirmes.info\/?p=1707243","title":{"rendered":"AD(H)S &#038; Depressionen"},"content":{"rendered":"\n<p>Oder vielleicht auch: <strong><em>&#8222;Depressionen &amp; AD(H)S&#8220;<\/em><\/strong>?!<br>Die ber\u00fchmte Henne-Ei, Ei-Henne Frage&#8230; Was war zuerst da?! \ud83d\udc14\ud83e\udd5a\ud83d\ude05<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe in den letzten drei Jahren festgestellt, dass sich zwar nicht die Depression an sich ver\u00e4ndert hat, aber meine ganz eigene Einstellung zu diesem doch recht gro\u00dfen Brocken im Kopf\/auf der Seele. Das ich die Depression v\u00f6llig akzeptiert habe, m\u00f6chte ich (noch) nicht unbedingt sagen, aber sie hat ein bisschen von ihrem Schrecken verloren. Habe ich mich doch (sehr) viele Jahre schon beinahe mit &amp; \u00fcber die Depression &#8222;identifiziert&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p>Es war schon relativ fr\u00fch in meiner (Kranken)Geschichte klar, dass ich nicht &#8222;blo\u00df nur&#8220; sehr emotional war o. h\u00e4ufig (\u00fcberm\u00e4\u00dfig) nachdenklich, sondern dass es eben &#8222;mehr&#8220; geben muss. Nachdem ich dann das erste Mal in einer Klinik noch mit einer s.g. &#8222;unipolaren depressiven Episode&#8220; <a href=\"https:\/\/www.deutsche-depressionshilfe.de\/depression-infos-und-hilfe\/was-ist-eine-depression\/verlaufsformen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[1]<\/a> diagnostiziert worden bin, war beim zweiten erneuten Aufenthalt in selber Klinik nach nicht mal 12 Monaten, relativ schnell klar dass ich eben doch von einer s.g. &#8222;rezidivierenden Depression&#8220; betroffen bin. Ich hatte und habe bis dato zum Gl\u00fcck immer wieder Phase, in denen es mir Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut geht bzw. sich die Symptome der Depression nicht so stark zeigen\/mich beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach diesen ersten Aufenthalten in der Klinik habe ich mich nat\u00fcrlich viel mit der Erkrankung Depression besch\u00e4ftig, habe damals auch edukativ viel in der Klinik mitbekommen (Gro\u00dfes Lob daf\u00fcr!), so dass ich vergleichsweise &#8222;schnell&#8220; gelernt habe, meine Depression anzunehmen und auf sie -als Teil von mir zu achten. Allerdings habe ich Anfangs wenig versucht, zu ergr\u00fcnden woher denn die Depression \u00fcberhaupt kommt. Was f\u00fcr Ausl\u00f6ser gab es das eventuell f\u00fcr, wo habe ich Traumata erlitten oder was (sonst) hat die Depression m\u00f6glicherweise ausgel\u00f6st. Das kam das erste Mal eigentlich erst in einer ambulanten Therapie &#8211; viele Jahre nach der Erstdiagnose &#8211; zur Sprache. Dort aber, aus heutiger Sicht, mit den &#8222;falschen&#8220; Ans\u00e4tzen. Man hat viel auf die Kindheit und eben eventuell erlebte Traumata geschaut. Ja, da gab es sicherlich auch etwas, aber&#8230; Jetzt inzwischen mit einer gesicherten Diagnose auf eine AD(H)S, muss ich dazu sagen, dass sich solche Traumata wahrscheinlich aufgrund des, auch schon in sehr jungen Jahren, starken &#8222;Masking&#8220;. Ich habe halt irgendwann  (unbewusst\/bewusst?!) Strategien entwickelt, um meine &#8222;Baustellen&#8220; nach au\u00dfen nicht mehr so arg zeigen zu m\u00fcssen. Daraus hat sich dann wohl \u00fcber die vielen Jahre eine gewisse Unzufriedenheit (\u00fcber mich selbst, \u00fcber dieses Masking an sich, \u00fcber das vermeintliche &#8222;Unverst\u00e4ndnis&#8220; anderer Menschen) entwickelt . Was sich wiederum &#8211; inzwischen absolut nachvollziehbar &#8211; irgendwann in einer Handfesten Depression manifestiert hat&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Und diese Depression war eben sehr viel Jahre, sehr &#8222;laut&#8220; und hat ziemlich viel Platz in mir\/meinem Leben eingenommen&#8230; Spoiler: Auch wenn ich sogar nach den ersten Klinikaufenthalten noch arg &#8222;gut&#8220; maskiert habe und lange nicht so offen mit meinen Erkrankungen umgegangen bin (umgehen wollte!) wie heutzutage. Nicht lange vor der AD(H)S Diagnose, war ich ja in Sachen Depression sogar so weit, dass ich es eben (irgendwie) &#8222;hingenommen&#8220;, mit den immer wiederkehrenden &#8222;Sch\u00fcben&#8220; leben gelernt und tats\u00e4chlich mehr oder weniger versucht habe, dass &#8222;Beste&#8220; draus zu machen. Allerdings, das muss ich auch dazu sagen, hatte ich in den vielen Jahren auch sehr gro\u00dfe Angst vor einem erneuten (sehr) heftigen Schub, da ich ja wusste, wie sehr mich so ein (so dachte ich zumindest) depressiver Schub l\u00e4hmen konnte. <\/p>\n\n\n\n<p>Und genau diese &#8222;Angst&#8220; vor einem erneuten depressiven Schub, ist mit der Diagnose AD(HS) bzw. in den Zeit danach, fast g\u00e4nzlich weg&#8230; \ud83d\ude0a<\/p>\n\n\n\n<p>Denn ich habe f\u00fcr mich in den letzten bald drei Jahren gelernt und erkannt, dass die Depression (bzw. die Symptome der Depression) im Prinzip &#8222;nur&#8220; eine Begleiterkrankung (Stichwort: <a href=\"https:\/\/www.adhs-ratgeber.com\/adhs-begleiterkrankungen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Komorbidit\u00e4ten [2]<\/a>) des AD(H)S ist, viele Symptome der Depression eben auf der AD(H)S fu\u00dfen bzw. dadurch &#8222;ausgel\u00f6st&#8220; werden\/wurden (Das st\u00e4ndige &#8222;Masking&#8220; f\u00fchrt irgendwann zu einer gro\u00dfen Ersch\u00f6pfung\/\u00dcberforderung, daraus resultiert eine depressive Phase usw.). Seitdem mir das bewusst ist, hat die Depression tats\u00e4chlich an &#8222;Kraft&#8220;\/&#8220;Bedeutung&#8220; etwas verloren, \u00fcberrascht mich zumindest nicht so sehr und ist auch lange nicht mehr so &#8222;laut&#8220;, sondern geht viel mehr im &#8222;Hintergrundrauschen&#8220; unter. Nat\u00fcrlich bin ich die Depression an sich nicht g\u00e4nzlich los, aber wie bereits geschrieben, hat sie etwas von ihrem Schrecken verloren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie genau ich an diesen Punkt &#8211; der sich doch recht gut &amp; &#8222;entspannt&#8220; anf\u00fchlt&#8220; &#8211; gekommen bin, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich habe mir schon vor der AD(H)S Diagnose eine gewisse &#8222;Gelassenheit&#8220; in Sachen Diagnosen bzw. deren &#8222;Aufarbeitung&#8220; angeeignet, mit der Diagnose AD(H)S ist es nochmals deutlich mehr geworden. Es war wahrscheinlich dieser &#8222;AHA-Moment&#8220; von den viele ADSler berichten, dass sich das Chaos im Kopf\/der einzelnen Diagnose ein bisschen sortiert &amp; gelichtet hat. Ich habe mit der Diagnose AD(H)S auf jeden Fall viel verstanden\/gelernt, z. B. wie eben die Symptome des ADS die Depression oder andere Begleiterkrankungen &#8222;anfeuern&#8220; k\u00f6nnen. Oder auch, dass sich vieles, was sich zuerst nach eine &#8222;dicken Depression&#8220; anh\u00f6rt\/anf\u00fchlt (f\u00fcr einen selbst), oft eher &#8222;Hilfeschreie&#8220; des AD(H)S sind, um eben auf die Baustelle AD(H)S aufmerksam zu machen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe da gerade ein sch\u00f6nes Sinnbild im Kopf&#8230; Die Depression ist der (bekannte?!) gro\u00dfe, schwarze H\u00fctehund der sehr laut bellen &amp; sehr schwer auf dem eigenen Gem\u00fct liegen kann. Das AD(H)S ist dagegen eher der kleine, allerdings ebenfalls schwarze (weil nicht minder &#8222;schlimm&#8220;) Dackel. Dackel k\u00f6nnen zwar auch ziemlich laut kl\u00e4ffen, kommen aber gegen so einen riesigen schwarzen H\u00fctehund absolut nicht an. Daher bei\u00dft der kleine, schwarze Dackel dem gro\u00dfen schwarzen H\u00fctehund manchmal in die Beine, um A) den gro\u00dfen schwarzen Hund zum Bellen zu bringen und B) um auf sich aufmerksam zu machen. Der gro\u00dfe schwarze Hund nimmt da also so eine Art &#8222;Stellvertreterrolle&#8220; f\u00fcr den kleinen schwarzen Dackel (das AD(H)S) ein, um eben lauthals auf einfach alles hinzuweisen (&#8222;Hey Mensch&#8230; Deinem Seelenleben geht grad beschissen!&#8220; &#8211; Egal wer da bellt)&#8230; \ud83d\udc36<\/p>\n\n\n\n<p>Das alles macht die Depression (bzw. die Symptome der Depression) zwar nicht besser, aber mit dem Verst\u00e4ndnis, dass ich eben vielleicht nicht &#8222;nur&#8220; rast- &amp; ziellos wegen den depressiven Symptomen auf dem Sofa liege, sondern weil ich mich eben voll in der &#8222;AD(H)S-Paralyse&#8220; <a href=\"https:\/\/adhs-kompakt.de\/adhs-paralyse\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[3]<\/a> befinde, kann auch mit dem Gekl\u00e4ffe der Depression etwas besser umgehen. Vielleicht hat sich meine #Kopfkirmes ja inzwischen auch mit den (zahlreichen) &#8222;Begleiterkrankungen&#8220; des AD(H)S irgendwie &#8222;angefreundet&#8220;. Denn da sind wir wieder bei dem Huhn-Ei Ding&#8230; Beides geh\u00f6rt irgendwie zusammen und das eine &#8222;kann&#8220; nicht ohne das andere. Will sagen: Ja, der (gro\u00dfe) schwarze Hund ist da, nicht zu untersch\u00e4tzen, daneben sitzt aber eben auch noch ein anderer (kleiner) schwarze Hund, der mindesten genauso fies ist (wenn nicht vielleicht sogar noch viel fieser&#8230; Durch sein Wadenbei\u00dfen \ud83d\ude05).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-small-font-size\" style=\"background:linear-gradient(180deg,rgb(238,252,0) 0%,rgb(255,148,0) 100%)\">Nur als Hinweis: Ich m\u00f6chte nat\u00fcrlich ein keinster Form (m)eine Depression &#8222;klein reden&#8220;. Ich glaube, da muss ich niemanden etwas erz\u00e4hlen. Ganz gleich mit welcher Form oder in welcher Auspr\u00e4gung man von einer Depression betroffen ist, ein Kindergeburtstag ist das sicherlich nicht. Ich ganz pers\u00f6nlich habe allerdings eben eine Art gefunden (besser? anders?) mit der &#8211; in meinem Fall &#8211; prim\u00e4r Begleiterkrankung umzugehen&#8230; \ud83d\ude0a<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-background-color has-background has-small-font-size\">Hier auch nochmals als (pers\u00f6nlicher) &#8222;Reminder&#8220;:<br>Ich habe seit etwa 10.00 Uhr an diesem Beitrag &#8222;geschrieben&#8220; (Bei Ver\u00f6ffentlichung ist es etwa 13.45 Uhr), zwischendurch eine W\u00e4sche angestellt, auf dem Balkon die letzte paar Sachen aufger\u00e4umt, zu Mittag gegessen und eine Bestellung bei Flaschenpost abgeschickt&#8230; ADS in Reinkultur! \ud83d\ude04 Und den Kopf mal wieder bei tausend Dingen gleichzeitig. Mal sehen, wie oft ich den Beitrag noch in Nachhinein korrigieren muss&#8230; \ud83d\ude4a<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\">Artikelbild von <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/fancycrave1-1115284\/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=821489\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">fancycrave1<\/a> auf <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/\/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=821489\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pixabay<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder vielleicht auch: &#8222;Depressionen &amp; AD(H)S&#8220;?!Die ber\u00fchmte Henne-Ei, Ei-Henne Frage&#8230; Was war zuerst da?! \ud83d\udc14\ud83e\udd5a\ud83d\ude05 Ich habe in den letzten drei Jahren festgestellt, dass sich zwar nicht die Depression an sich ver\u00e4ndert hat, aber meine ganz eigene Einstellung zu diesem doch recht gro\u00dfen Brocken im Kopf\/auf der Seele. 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